In dem beigefügten Bild sieht man den Baldachin (Schalldeckel) über der Kanzel aus unserer Margarethenkirche. Er datiert aus dem 17. Jahrhundert und ganz oben erhebt sich der Erzengel Michael über dem Drachen

Heute ist Dienstag, der 29. September. So feiern wir heute den Tag des Erzengels Michael und aller Engel. Es ist ein Tag, an dem wir uns bewusst machen, dass Gottes himmlische Boten uns begleiten und schützen. In der Lutherbibel beispielsweise werden Engel 347-mal erwähnt. Sie haben drei wesentliche Aufgaben: Sie loben Gott, sie überbringen seine Botschaften und sie schützen uns vor Gefahr.

Wir erinnern uns heute nicht nur an den Sieg Michaels über das Böse, so wie es beispielsweise im letzten Buch der Heiligen Schrift beschrieben steht, also in der Offenbarung, sondern auch an den Sieg Jesu Christi durch seine Auferstehung!!! Wir sind eingeladen, uns des Schutzes und der Fürsorge Gottes bewusst zu werden.

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„Der Engel des HERRN umschirmt, die ihn fürchten, und er befreit sie.“ –  Psalm 34, 8 (Einheitsübersetzung)

Wir wachen morgens auf, machen uns schnell fertig, und schon beginnt der Tag… Jeder Alltag trägt seine Ungewissheit in sich… Oft können wir nicht mehr, sind erschöpft und fühlen uns allein. Mitten unter so vielen Menschen fühlen wir uns einsam. Manchmal stimmt das sogar, was die Menschen betrifft… Aber ganz allein sind wir nie unterwegs!!!

Psalm 34 sagt uns: Gottes Engel stehen nicht nur irgendwo Wache. Sie umschirmen uns. Die BasisBibel sagt es noch schöner: Der Engel des Herrn lässt sich nieder bei uns. Er schützt uns von allen Seiten.

Die Bibel ist voll von solchen Begegnungen, vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung. In der Apostelgeschichte geschieht es sogar zweimal, dass Engel die Apostel aus dem Gefängnis befreien (Kapitel 5 und 12).

Petrus sitzt im Kerker. Herodes hat Jakobus bereits hinrichten lassen, und am nächsten Morgen soll Petrus sterben. Er ist mit zwei Ketten gefesselt, sechzehn Soldaten bewachen ihn. Menschlich gesehen gibt es keinen Ausweg. Doch in der Nacht strahlt ein Licht auf. Ein Engel stößt Petrus in die Seite, die Ketten fallen ab, und die Wachen bemerken nichts. Das eiserne Stadttor öffnet sich von selbst. Petrus glaubt zu träumen. Erst auf der Straße, als der Engel verschwunden ist, begreift er: „Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich errettet hat.“ (Apostelgeschichte 12,11)

Oft ist es so: Erst im Nachhinein erkennen wir, wer an unserer Seite war…

Und heute? Glauben wir das noch? Gibt es das noch?

Ja, das gibt es: Begebenheiten aus unserer Zeit, die auf Daten und Fakten beruhen, von Augenzeugen gestützt werden und der Wahrheit entsprechen … Begebenheiten, die genau diese Gegenwart des Himmels bezeugen.

Eine erste solche Begebenheit:

Am 21. Januar 1985 saß der 17-jährige George Lamson Jr. neben seinem Vater im Flugzeug, bereit für den Flug von Reno nach Minneapolis. Plötzlich begann die Maschine zu vibrieren; Panik breitete sich aus. Die Piloten versuchten verzweifelt, zum Flughafen zurückzukehren, doch das Flugzeug stürzte ab. Von 71 Menschen überlebte nur einer: George.

Wie durch ein Wunder wurde er aus dem Wrack geschleudert und landete, noch immer angeschnallt, auf einer Straße = kaum verletzt.

Doch die Frage ließ ihn nicht los: „Warum ich? Warum durfte ich leben?“

Schuldgefühle quälten ihn, und selbst Therapie linderte den Schmerz kaum. Erst als er Taxifahrer wurde und anderen Menschen begegnete, die Schreckliches erlebt hatten, fand er einen Sinn.

Im Austausch mit ihnen heilte er nicht nur sich selbst, sondern auch sie. Er traf Bahia Bakari, ein junges Mädchen aus Frankreich, das ebenfalls einen Flugzeugabsturz überlebte und dabei ihre Mutter verlor. Trotz des Altersunterschieds verband sie ein tiefes Verständnis füreinander. Sie wurden Brieffreunde und gaben einander Kraft.

Es gibt Geschichten von Menschen, die in Momenten größter Not eine himmlische Präsenz spüren.

Eine zweite solche Begebenheit:

Eine Schwiegermutter und ihre Schwiegertochter gingen mit der zweijährigen Enkelin spazieren.

Das kleine Mädchen rannte voraus und stürzte kopfüber die Steintreppe hinab. In Schrecken erstarrt sahen die Frauen, wie das Köpfchen des Kindes sanft angehoben, (schwebend) und behutsam auf die Stufen gelegt wurde. Unfassbar…

Für die gläubige Schwiegertochter war klar: Ein Engel hatte eingegriffen. Diese Erfahrung berührte auch die atheistische Schwiegermutter so sehr, dass sie zum Glauben fand und sich taufen ließ.

Ihr Lieben,

ich ende nicht mit einem philosophischen Zitat oder einer großartigen theologischen Aussage, sondern mit den Worten des Schauspielers Denzel Washington… Im Film „The Book of Eli“ wird Denzel Washington gefragt, woher er wisse, dass er in die richtige Richtung geht. Er antwortet mit Paulus: Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen (2. Korinther 5,7). Glaube, sagt der Schauspieler, ist „die Blume des Lichts im Feld der Finsternis, die einem die Kraft verleiht, weiterzumachen“.

Wer Jesus Christus erkennt und sich zu ihm bekennt, dem wird Glaube geschenkt. Und dieser Glaube ist deine, unsere, meine „Blume des Lichts“. Und wenn wir aufstehen …. müde und voller Fragen … dann gehen wir nicht allein. Gottes Engel sind schon da! Sie schlagen ihr Lager um dich herum auf. Sie umschirmen dich von allen Seiten und tragen dich durch diesen Tag. Du gehst keinen einzigen Schritt allein. Amen.

Möge Jesus Christus, das Licht der Welt, in unseren Herzen leuchten, unseren Glauben stärken und uns auf dem Weg des Friedens leiten. Amen.


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